Unter dem Dach des ehemaligen Güterschuppens in Radebeul Ost haben die ältesten noch erhaltenen Fahrzeuge, die von ehrenamtlichen Eisenbahnfreunden seit 1967 in Radebeul gepflegt werden, ein geschütztes Zuhause gefunden. Im Mittelpunkt steht sicher eine der letzten weitgehend originalen Lokomotiven der Gattung IV K, die 1914 gebaute 99 604. Neben weiteren Fahrzeugen, wie zum Beispiel dem Profilmesswagen aus dem Jahr 1897 präsentiert das Museum folgende Dauerausstellungen auf großformatigen Bannern:

„Die ersten Jahrzehnte der Lößnitzgrundbahn“

tl_files/ssbm/img/bahnhof.pngAm 16. September 1884 ging als vierte sächsische Sekundärbahn die Linie Radebeul- Radeburg in Betrieb.
Seit den ersten Betriebsjahren gehörte sie zu den rentabelsten Schmalspurbahnen der Königlich Sächsischen Staatseisenbahnen und der Deutschen Reichsbahn.

Trotzdem war sie in den 1960er Jahren „unmodern“ geworden und sollte stillgelegt werden. Seit 1967 entwickelte sich die Strecke zu einem Zentrum sächsischer Eisenbahn-Geschichtspflege und ist heute mit dem Traditionszug und täglichem Plandampf ein wichtiger Teil Technikgeschichte in unmittelbarer Nähe der Landeshauptstadt Dresden. Vor allem an die ersten Jahrzehnte der Schmalspurbahn durch den Lößnitzgrund erinnert unsere Sonderausstellung mit vielen historischen Bildern und Sachzeugen des „Lößnitzdackels“.

„Gefährliche Bimmelbahn – Unfälle auf Sächsischen Schmalspurbahnen“

tl_files/ssbm/img/Cuwa Wagen.jpgDie Gegner der ersten Eisenbahnen hatten durchaus Recht: Diese Erfindung ist gefährlich! Mit restriktiven Polizeiverordnungen, Verhaltensregeln mit Strafandrohungen für Passagiere und Personal, einem umfangreichen Beamtenapparat sowie einer umfassenden Bahnbewachung glaubten die Bahnverwaltungen, das Risiko beherrschen zu können. Ein halbes Jahrhundert hatte sich das Publikum bereits an die Eisenbahn und ihre strengen Regeln gewöhnt. Durch die untergeordnete Bedeutung der „Sekundärbahnen“ und nicht zuletzt die wesentlich geringere Fahrgeschwindigkeit von höchstens 25 km/h glaubte man, Gefahren im Umfeld dieser Bahnen minimieren zu können. Dass die Bimmelbahnen jedoch nicht nur Romantik ausstrahlen sondern auch gefährliche Momente erlebten, zeigte unsere Sonderausstellung.

„Die Sächsische I K – Wiedergeburt einer Lok-Legende“

tl_files/ssbm/img/I K Ausstellung.jpgAnlässlich des zwischen 2006-2009 stattgefundenen Lokomotiven-Neubaus, der I K Nr. 54, präsentiert das Museum seinen Besuchern als Sonderausstellung die erste Lokomotivengattung, die unter der Bezeichnung I K über viele Jahre hinweg das Bild der frühen sächsischen Schmalspurbahnen prägte. Gezeigt werden die „Steckbriefe“ der 44 zwischen 1881 und 1892 gebauten Maschinen dieser sächsischen Gattung, zahlreiche I K – Fotos sowie Dokumente aus der Frühzeit der sächsischen Schmalspurbahn.

„130 Jahre Schmalspurbahnen“

tl_files/ssbm/img/reibach.pngDie Feierlichkeiten zu 175 Jahre Eisenbahnen in Deutschland waren Ausgangspunkt für die Erarbeitung dieser Ausstellung. Mit 558 km Streckenlänge bildeten die Schmalspurbahnen mit 750 mm Spurweite in Sachsen das größte Streckennetz aller ehemaligen Länderbahnen.

Auf eindrucksvollen Tafeln zeigt die Ausstellung einen Überblick über alle einst bestandenen und noch heute bestehenden Schmalspurbahnen in Sachsen über die Jahre 1881 bis 2010.

„Bimmelbahnen im Museum“

tl_files/ssbm/img/lok3.pngSchon um 1900 war die Entwicklung der europäischen Eisenbahnen so weit fortgeschritten, dass erste Bahnverwaltungen begannen, historische Sammlungen mit nicht mehr genutzter Technik und Dokumenten anzulegen. Oft wurden diese erweitert mit Modellen von Fahrzeugen und Anlagen, deren Anfertigung auch ein Bestandteil der Lehrlingsausbildung war. Seit Mitte der 1960er Jahre engagieren sich zunehmend ehrenamtliche Freunde der Eisenbahn bei der Bewahrung der Eisenbahn-Traditionen, vor allem in Form von Fahrzeugsammlungen und betriebsfähigen Zügen mit Dampflokomotiven.

Unsere Ausstellung zeigt auf, dass ihre Arbeit weit mehr als ein spleeniges Freizeitvergnügen ist, mit dem manches Projekt begonnen haben mag. Sie ging einher mit der Entwicklung des Denkmalschutzes, dessen Belange zunehmend auch bei den auf dampfende Aktionen ausgerichteten Eisenbahn-Fans Beachtung und Anwendung finden.